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  • angelikaklaus92

It's never a goodbye, only a see you later

28. Juli 2023, 01:30 Uhr nachts: ich stehe in den Startlöchern, meine Reise fortzusetzen, und packe meine letzten Sachen ein.

Alle die mich kennen wissen, dass ich eine last Minute Packerin bin und ja, so war es auch dieses Mal. Zwar habe ich in den letzten zwei Tagen nach der Arbeit versucht viel vorzupacken und schon mal ein bisschen aufzuräumen, letztendlich kommt aber immer alles anders. Und da ich die verbleibende Zeit lieber mit meinen Monkey Friends verbringe, versuche ich nochmal alles mitzunehmen was geht und da muss das Packen halt warten. Und abgesehen davon, geht mein Bus erst um 02:55 Uhr, daher habe ich noch viel Zeit. Die Australier würden sagen, „no worries mate, you have plenty of time“. Und sogar so viel Zeit, um ein bisschen an diesem diesen Text hier zu schreiben.


Die letzte Woche verflog wie im Flug. Ich habe jeden Tag gearbeitet, was gleichzeitig mega nervig, aber auf der anderen Seite gut war, um nochmal ein bisschen Geld auf der Zielgeraden mitzunehmen. Und glaubt mir, ich werde es brauchen. Die nächsten Tage werden teuer, aber hey, man muss sich auch mal was gönnen!! Wir sind ja hier auch ein bisschen für den Spass an der Freud.

An meinen letzten Tagen haben wir nochmal alles gegeben: uns für gemeinsame Sonnenaufgänge oder Morning Schwimmsessions vor der Arbeit aus dem Bett gequält, Tischtennis Kämpfe ausgetragen, letzte SUP Sessions genossen, gemeinsam Abend gegessen und nochmal für einen letzten Besuch in den nahegelegenen Francois-Peron-National Park gefahren, um dort mitten in der Nacht, in der Hot tub (eine Badewanne mitten im Nirgendwo mit Wasser aus einer natürlichen heißen Quelle) unter dem Sternenhimmel zu baden.


Und dann war es auch schon soweit: der letzte Arbeitstag, der letzte Tag in Monkey Mia. Meine Schicht ging bis 13 Uhr. Diese Schicht war anders als die anderen. Bei quasi allem was ich gemacht habe, dachte ich „ok, das macht du jetzt zum letzten Mal“. Ich war irgendwie traurig, diese kleine heile Welt zu verlassen, aber auch super aufgeregt und happy, meine Reise fortzusetzen und Neues zu sehen.

Um 13:15 Uhr folgte dann eins der Highlights des Tages: die Umsetzung der Monkey Mia Tradition. Diese besagt, dass man an seinem letzten Arbeitstag mit seiner Arbeitskleidung vom Jetty ins Meer springen muss. Gesagt, getan! Und das bei 16,5 Grad Wassertemperatur!

Danach ging alles ganz schnell: nochmal zwei Maschinen Wäsche angeschmissen, bisschen gepackt und geputzt, ein letztes Tischtennis-Match ausgetragen, Sunset Dinner am Strand, ein paar weitere Drinks in der Monkey Bar, zwei letzte Brigadeiros (brasilianisches Dessert) mit meinen engsten Monkey Mia Friends in unserer Küche und dann folge auch schon der Abschied. Und natürlich wurde geheult. Da ich noch zu Ende packen musste und die anderen am nächsten Tag arbeiten mussten, beendeten wir unsere Abschiedsheulerei relativ zügig (Gott sei Dank, Abschiede sind das schlimmste und während ich das hier schreibe, kommen wir wieder die Tränen). Das ist echt verrückt. Wie kann man sich in so kurzer Zeit irgendwo so gut einleben und so dermaßen zu Hause fühlen? Mit Menschen, die vor 4 Monaten noch Fremde waren und die einem jetzt so viel bedeuten, dass man hier steht und heult. Unglaublich. Und auch hier wieder der Beweis an alle, die glauben, dass alleine reisen einsam ist: das ist es nicht. Man muss nur offen sein: Offen für neue Begegnungen, fremde Kulturen und neue Erfahrungen - und dann trifft man auf die wunderbarsten Menschen, mit denen man entweder kurzzeitig schöne Momente teilt oder aus denen sich langjährige Freundschaften entwickeln können.


Um 02:40 Uhr ist es dann so weit. Ich schnappe mir meinen 5 Tonnen Gepäck und mache mich wie ein Einsiedlerkrebs mit seinem Hab und Gut auf zur Bushaltestelle. Ich lassen mein kleines zu Hause, mein kleines geliebtes Dorf zurück und realisiere erst jetzt, dass das Kapitel Monkey Mia jetzt erstmal zu Ende ist.

An der Bushaltestelle angekommen, erwartet mich dann das nächste Highlight: Min, eine meiner Kolleginnen (eine über 60 Jahre alte Australierin) hat sich den Wecker für mich gestellt. Sie wollte mich an der Bushaltestelle überraschen und mich nicht alleine um 3 Uhr nachts am Bus stehen lassen. Wow, damit habe ich nicht gerechnet. Und wieder kommen mir die Tränen. Dieses Mal sind es aber eindeutig Freudentränen. Ich bin dankbar für meine Monkey Family, die mir ein kleines zweite zu Hause in Australien geschaffen hat. Überglücklich, traurig und aufgeregt über alles was kommt, verabschiede ich mich von Min und steige ich den Bus. Ich weiß nicht, ob ich zurückkomme oder nicht, es ist niemals ein good bye, just a see you later. Monkey Mia, I will miss you!!

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